Integratives Konzept Kinderhaus "Murkelei"

“Bisher war es wichtig, dass jeder, der anders ist, die gleichen Rechte hat. In Zukunft wird es wichtig sein, dass jeder das gleiche Recht hat, anders zu sein” (Willem de Klerk- Friedensnobelpreisträger)

Ausgehend vom Grundsatz der Gleichwertigkeit und Würde aller Menschen ist Integration eine ethische Verpflichtung und eine kulturelle wie auch soziale Notwendigkeit. 1994 wurde deshalb auch das Grundgesetz im Artikel 3, Absatz 3 ergänzt: “Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.”

Jeder Mensch ist ein einzigartiges Individuum und unterscheidet sich von anderen Menschen. Eine Behinderung stellt dabei eine von vielen Verschiedenheiten dar, die Menschen aufweisen können.

Integrative Erziehung verstehen wir als Bemühen so-sein und anders-sein miteinander in Beziehung zu bringen. Integration gelingt immer dann, wenn Menschen ohne Behinderung es als selbstverständlich ansehen, mit Behinderten gemeinsam zu leben und zu arbeiten. Dieses Denken sollte bereits im Kleinkindalter gefördert werden. Integrative Erziehung ist darüber hinaus wesentliche Basis der Entwicklung sozialer Fähigkeiten aller Kinder, insbesondere eine wichtige Maßnahme zur dringend notwendigen Gewaltprävention.

Da die Ausgrenzung von behinderten Menschen noch immer häufig anzutreffen ist, wollen wir eine pädagogoische Situation anstreben, in der es selbstverständlich und alltäglich ist, mit Kindern in all ihren Verschiedenheiten und möglichen Behinderungen zu leben und sie in ihrem “ Andersein” zu akzeptieren.

Ziel und Aufgabe

Integration

Ziel und Aufgabe unseres integrativen Kinderhauses ist die Realisierung eines gemeinsamen Lern- Lebens- und Spielalltages und des Gruppenlebens selbst. Durch ihre gemeinsame Betreuung profitieren sowohl die behinderten als auch die nicht behinderten Kinder in ihrer Entwicklung. Sie erleben, wie unterschiedlich Kinder sein können. So erhalten die Kinder die Chance, frühzeitig gegenseitige Hilfsbereitschaft zu praktizieren, sowie Verständnis und Respekt für die Andersartigkeit und Besonderheit von Menschen zu lernen.

Kinder und Eltern sollen die entlastende Erfahrung machen, dass Behinderung Teil von Normalität sind und nicht zu sozialem Ausschluss führen müssen. Es kann nicht Ziel sein, behinderte Kinder unter allen Umständen an das herrschende Wertesystem und dem sich daraus ergebenen Leistungsniveau anzupassen.

Ziel ist, dass die behinderten Kinder in ihrer Selbstständigkeit soweit fortschreiten, dass sie Hilfe dort akzeptieren, wo sie nötig ist, sie aber dort ablehnen, wo sie entmündigend wirkt.

Ziel ist es, dass die nichtbehinderten Kinder von Anfang an soziales Verhalten als etwas selbstverständliches erleben und auch das “ Anderssein” von Kindern akzeptieren lernen...

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