Kurzkonzept: Beginn der Eingewöhnung

  1. Der erste Kontakt: Das Aufnahmegespräch
    Im Aufnahmegespräch findet der erste ausführliche Austausch zwischen Eltern und Fachkraft statt. Im Fokus stehen das Kind, seine individuellen Bedürfnisse und die Planung der Eingewöhnung.
  2. Die dreitägige Grundphase
    Ein Elternteil begleitet das Kind an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils etwa eine Stunde in die Einrichtung. Es findet kein Trennungsversuch statt. Die Eltern sind passiv anwesend und schenken dem Kind volle Aufmerksamkeit. Die Fachkraft baut behutsam Kontakt über Spielangebote auf. Pflegeroutinen übernimmt das Elternteil.
    Tipp: Ein vertrauter Gegenstand wie Schnuffeltuch oder Kuscheltier kann das Kind zusätzlich unterstützen.
  3. Erster Trennungsversuch und vorläufige Entscheidung über die Eingewöhnungsdauer
    Am vierten Tag verabschiedet sich das Elternteil nach kurzer Zeit und verlässt den Gruppenraum – aber nur nach Verabschiedung und bleibt in der Nähe.
  • Variante 1: Das Kind beruhigt sich schnell oder wirkt gelassen → Trennung ca. 30 Minuten.
  • Variante 2: Das Kind wirkt ängstlich oder weint → Trennung nur 2–3 Minuten.
    Die Reaktion des Kindes entscheidet über den weiteren Verlauf.
  1. Stabilisierungsphase
  • Kürzere Eingewöhnungszeit (5.–6. Tag): Trennungszeit wird langsam verlängert. Das Kind kann erste Beteiligung bei Pflegeroutinen zeigen, Eltern bleiben weiterhin vor Ort.
  • Längere Eingewöhnungszeit (5.–6. Tag): Die Beziehung zur Fachkraft wird weiter aufgebaut, erneuter Trennungsversuch frühestens am siebten Tag. Je nach Reaktion wird die Trennung ausgedehnt oder die Eingewöhnung verlängert.

Schlussphase
Das Elternteil verlässt die Einrichtung, bleibt aber erreichbar. Die Eingewöhnung gilt als abgeschlossen, wenn das Kind sich schnell von der Fachkraft trösten lässt und sich wohlfühlt.